Pflegemaßnahmen:

Wässern: Grundsätzlich gibt es keine Faustregel für das richtige Gießen. Richtiges Gießen hängt von sehr vielen Faktoren ab, so dass man niemals ein gleichmäßiges Verhaltnis an Wassergaben über einen bestimmten Zeitraum einhalten kann. Jedoch zeigt sich im Laufe der Jahre, dem geschulten Auge, das genau erkennen kann, wann eine neue Wassergabe erforderlich ist, oder auch nicht. Grundsätzlich gilt aber, erst dann wieder gießen, wenn die Erdoberfläche wieder abgetrocknet ist. Außerdem ist das Gießen das Maß aller Dinge, denn nur durch richtiges Gießen kann das Kunstwerk / Bonsai überleben, Jahre und Jahrzehnte. Es ist immer darauf zu achten, daß niemals Staunäße entsteht. Staunäße führt zu Wurzelschäden und dann unter Umständen zum Absterben des ganzen Baumes. Achten Sie darauf, daß die Abzugslöcher an der Schalenunterseite immer frei sind. Die Wasserqualität ist auch ein wichtiger Faktor. Das Verwenden von Leitungswasser ist kein Problem, vorausgesetzt, es zeigen sich im Laufe der Zeit beim Gießen am Wurzelansatz keine Kalkablagerungen. Treten allerdings nach kurzer Zeit Kalkablagerungen auf, so ist es sinnvoll, das Leitungswasser schnellstmöglich abzusetzen. Der Grund liegt darin, daß die feinen Wurzelkapillaren sich mit dem Kalk / Salzen zusetzen und es führt dazu, daß der Baum nicht mehr in der Lage ist, den Transport des Wasser in allen Bereichen der Baumkrone zu fördern. Mir selber ist auf diese Art ein Bonsai abgestorben. Wenn aber die Möglichkeit besteht, mit Regenwasser zu gießen, dann sollte man langfristig auch ein solches verwenden.

Düngen: Die Düngung unserer Bonsai ist wichtig und sorgt für einen gesunden Wuchs. Ein Bonsai könnte auch ohne Dünger überleben, jedoch würden nach kurzer Zeit die ersten Mangelerscheinungen auftreten und der Baum wird krank. Grundsätzlich unterscheiden sich die Dünger in mineralisch und organischer Form voneinander. Mineralische Dünger liegen meist in flüssiger und organische in fester Form vor. Beide haben Vor- und Nachteile. Die mineralischen Dünger stehen dem Baum direkt zur Verfügung, während organische Dünger im Boden erst einen Microorganismus aufbauen und erst dann zur Verfügung stehen. Allerdings ist hier ein großer Vorteil, es kann niemals überdüngt werden, weil der Baum nur soviele organische Bestandteile aufnimmt, wie er benötigt. Hingegen stehen die mineralischen Dünger sofort zur Verfügung und werden von dem Baum sofort aufgenommen. Besonders vorsichtig ist daher die Dosierug zu beachten, denn eine Überdüngung der mineralischen Dünger mit deren zur Verfügung stehenden Nährsalze ist schnell erfolgt.

Erde: Auch die Erde ist ein wichtiger Faktor und trägt mit dazu bei, daß die Bonsai gut gedeihen. Bestehen sollte eine Bonsaierde in der Regel aus 1 Teil Lehm, 1 Teil Humus und 1 Teil Sand, das Ganze gut gemischt. Wichtig ist es auch, das Erdgemisch in verschieden großer Körnung auszusieben. So besteht die Möglichkeit, die Bonsaischale mit verschiedenen Erdschichten zu füllen. Grundsätzlich sollte beim Füllen der Bonsaischale mit Erde immer eine Drenageschicht auf dem Schalenboden aufgebracht werden. Und man beginnt anschließend mit der ausgesiebten Erdmischung aufzufüllen, grobe Körnung zuerst und dann immer feiner. Vorteil, das Erdsubstrat verdichtet nicht so schnell durch Gießwasser.

Umpflanzen: Beim Umpflanzen ist es für die Bäume wichtig, daß ältere Bäume, alle 3 - 5 Jahre und jüngere alle 2 Jahre umgepflanzt werden. Man sollte allerdings darauf achten, daß im zeitigen Frühjahr von Ende Februar bis Mitte bzw. Ende April abschließend alle Bäume umgepflanzt sind. Meistens ist beim Umpflanzen auch ein Wurzelrückschnitt erforderlich. Die Wurzel sollte nicht mehr als ein Drittel zurückgeschnitten werden.

 

C. Becker